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Ortsgeschichte Allendorf/Lahn
Ursprung und Entstehung
Vor ca. 2000 Jahren hielten sich im hiesigen
Gebiet sowohl Germanen, Kelten als auch Römer auf. Die
archäologischen Funde in der Gegend (keltisches Oppidum Dünsberg,
römischer Limes, etc.) beweisen dies.
Schenkungsurkunde von 790
Erstmalig erwähnt wurde unser Ort im „Lorscher Codex“ und zwar in
einer Schenkungsurkunde vom 27. Februar 790, also vor über 1200
Jahren.
Damals verschenkte zur Regierungszeit Karls des Großen ein
wohlhabender Adliger namens Winicho alles, was er an Besitztümern im
Lahngau hatte, und zwar neben weiteren Dörfern auch im Dorfe „Aldentorph“.
„Aldentorph im Logenehe“ – also Allendorf im Lahngau war damit
erstmals urkundlich erwähnt. Weiter wird Allendorf in einer
Schenkungsurkunde aus dem Jahr 817 erwähnt.
Die Bezeichnung „Aldentorph“ deutet auf „altes Dorf“ hin und so
schließen schon alleine auf Grund des Namens die Geschichtsforscher
auf einen Gründungszeitraum zwischen 400 und 700 n. Chr.
Allendorf ist damit einige hundert Jahre älter als Gießen.
Die Zeit
im „Amt Hüttenberg“
Politisch gehörte Allendorf und weitere 13 Dörfer
sehr lange zum „Amt Hüttenberg“, was als Teil des Lahngaues von den
konradinischen Gaugrafen verwaltet wurde.
Deshalb lautete in dieser Zeit die offizielle Bezeichnung für
unseren Ort:
„Allendorf im Hüttenberg“.
Im 11. Jahrhundert kam das Amt Hüttenberg unter die Gleiberger
Herrschaft.
1246 wurde dem Herren von Merenberg, der eine Gleiberger
Grafentochter heiratete, die Gerichtsbarkeit über den Hüttenberg
übertragen.
In Allendorf befand sich das Hüttenbergische Vogteigericht, was für
Grund- und Bodenangelegenheiten zuständig war. Flurnamen (z.B.
Zehntfrei) weisen heute noch darauf hin.
Rathaus - Kirche - Storchennest
1363 kam die Westhälfte des Gleiberger Besitzes durch Erbe und
Heirat an die Grafen von Nassau-Weilburg. Das Amt Hüttenberg wurde
fortan gemeinsam von Hessen und Nassau verwaltet, was nicht immer
ein Nachteil sein musste.
Infolge von Streitigkeiten kam es aber zur Teilung des Hüttenberges:
Am 16. Juni 1703 wurde im Amtssitz Langgöns der „Hüttenberger
Hauptteilungsvertrag“ unterzeichnet. Danach wurde Allendorf
gemeinsam mit den Gemeinden Langgöns, Kirchgöns, Pohlgöns,
Leihgestern, Hausen und Annerod der Landgrafschaft Hessen
zugeordnet, während die Gemeinden Dutenhofen, Lützellinden,
Großrechtenbach, Hörnsheim, Hochelheim, Dornholzhausen und
Niederkleen an der Grafschaft Nassau-Weilburg fielen.
Hessisches Grenzdorf
Seit dieser Zeit trägt unser Dorf offiziell die
Bezeichnung: „Allendorf an der Lahn“
und ist als hessisches Grenzdorf umgeben von den hessischen Dörfern
Kleinlinden und Heuchelheim, den nassauischen Dörfern Dutenhofen und
Lützellinden sowie dem solmsischen Dorf Münchholzhausen.
Kleinere Grenzstreitigkeiten gab es lediglich mit dem hessischen
Nachbardorf Heuchelheim, weil der Grenzfluss „Lahn“ nach fast jedem
Hochwasser seinen Lauf veränderte und damit die Grenze unklar wurde.
In Allendorf/Lahn wurde ein Grenzzollamt 2. Klasse eingerichtet
(1967 wurde das Gebäude allerdings abgebrochen).
Verschiedene Dorfnamen mit dem Zusatz „Zöllersch“ deuten noch heute
auf diesen Umstand hin.
Karte von Allendorf 1810
Die Grenzlage zu anderen Staaten war allerdings in kriegerischen
Zeiten häufig die Ursache von Verwüstungen, Plünderungen und
Belagerungen. So sind im Allendorfer Wäldchen am „Hoppenstein“ heute
noch Reste von Schanzenanlagen aus dem Siebenjährigen Krieg (1756
bis 1763) zu finden, die auf Kampfhandlungen hindeuten.
Unter der Einquartierung zunächst französischer, dann preußischer
und dann vor allem russischer Truppen (in den Befreiungskriegen
gegen Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts) litt Allendorf ganz
besonders und die hungernde Allendorfer Bevölkerung musste zum
Überleben im Nachbarort Lützellinden zu Wucherpreisen und gegen Land
Saatgut teuer erkaufen, was lange Zeit einen Schatten auf die
Beziehung beider Dörfer zueinander warf. Diese sind glücklicherweise
aber mittlerweile ausgestanden.
Bei der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress im Jahre 1815
kamen die Nachbardörfer Dutenhofen, Lützellinden und Münchholzhausen
zur Rheinprovinz des Königreiches Preußen.
An der Gemarkungsgrenze befinden sich heute noch die runden grauen
Grenzsteine, die auf der einen Seite mit „GH“ für das Großherzogtum
Hessen und mit „KP“ für Königreich Preußen auf die Staatsgrenze
hinweisen. Auch sind vereinzelt auf älteren Grenzsteinen noch
Hinweise auf das nassauische „N“ erkennbar.
Diese Grenze hatte 1866 während des preußisch-österreichischen
Krieges eine ganz besondere Bedeutung, weil da die Süd- und
Westgrenze Allendorfs eine Staatsgrenze zu einem verfeindeten Staat,
nämlich Preußen, darstellte. Kriegsereignisse waren hier aber
glücklicherweise nicht zu verzeichnen, die fanden nämlich
schwerpunktmäßig in Königgrätz (Hradéc Kralové), heute Gießens
Partnerstadt in Tschechien, statt.
Allendorf/Lahn gehört seit dem 14. Juli 1821 zum Landratsbezirk
Gießen der großherzoglich-hessischen Provinz Oberhessen, also zum
Landkreis Gießen.
Allendorf – ein armes
Bauerndorf
Allendorf/Lahn war schon immer eine recht arme
Gemeinde. Eine Bemerkung in der Pfarrchronik von Pfarrer Welcker aus
dem Jahre 1858 verdeutlicht dies:
„Wenn auch die Bewohner recht fleißig und betriebsam sind, so ist
doch die Zahl der Vermögenden recht klein, der Grundbesitz gering,
die Abgaben viele und besonders der Mangel an Holz sehr drückend
(...)“
Waldbesitz war damals ein Indiz für den Reichtum einer Gemeinde.
Allendorf/Lahn jedoch hatte jedenfalls in Hüttenberger Zeiten neben
dem nur sehr kleinen Waldbesitz am Hoppenstein noch Anteile am
„Fernewald“ (zwischen Annerod und Steinbach). Dieser „ferne“
Waldbesitz war jedoch wegen der relativ großen Entfernung für die
Allendorfer Bevölkerung so unattraktiv gelegen, dass die Gemeinde
ihren Anteil bereits 1690 an die Stadt Gießen verkaufte.
Die alte Ortsbebauung
Neben der Kirche und den drei „Sorger Mühlen“ (Obersorger,
Mittelsorger und Untersorger Mühle aus dem 16. und 17. Jahrhundert)
stammen die ältesten heute noch stehenden Häuser Allendorfs aus dem
17. Jahrhundert.
Der alte Ortskern besteht aus dem Platz um die Linde und von dort
aus wurde sternförmig 100 bis 200 Meter in alle Richtungen
(Hüttenbergstraße, Obergasse, Friedhofstraße, Hintergasse und
Untergasse) gebaut.
Rund um die Linde 1955
Das Backhaus war bereits um 1700 schon vorhanden, 1816 wurde ein
Spritzenhaus angebaut.
Eine Gemeindescheune, ein Leiternhaus, ein Armenhaus, ein Wachthaus,
die Bürgermeisterei (alte Schule), ein großer Saalbau, das bereits
erwähnte Zollamt und ein Wasserpumpenhäuschen sind mittlerweile
leider aus dem Ortsbild verschwunden.
Die Kirche
Die im Kern gotische Kirche stammt aus
vorreformatorischer Zeit, wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert.
Sie ist dem heiligen Vincentius geweiht.
Bereits im Jahre 1489 wurde eine Kapelle in Allendorf erwähnt.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde sie mehrfach erweitert. Vier
umfangreiche Renovierungen fanden im 19. und 20. Jahrhundert,
zuletzt 1976, statt. Der Turm stammt aus dem Jahr 1845.
Während der katholischen Zeit unterstand die Filialkirche dem
Patronat der Herren von Buseck (Diözese Trier, Dekanat Wetzlar).
Im Jahr 1555 wurde Allendorf evangelisch.
Bis 1962 war die Allendorfer Kirche eine Filialkirche (bis 1592,
1611 bis 1618, 1703 bis 1962 von Großen-Linden, 1592 bis 1611 von
Heuchelheim, 1618 bis 1627 von Dutenhofen, 1627 bis 1703 von
Lützellinden).
Am 1. September 1962 hatten die evangelischen Christen von
Alllendorf/Lahn schließlich eine selbständige Kirchengemeinde,
nachdem bereits im Jahr 1958 ein Pfarrhaus in der Kleinlindener
Straße gebaut wurde.
Die Schule
Bis 1703 (Teilung des Hüttenberges) gingen die
Allendorfer Kinder nach Lützellinden zur Schule.
Alte (Vordergrund) und neue Schule 1950
Danach wurde am Ort selbst zunächst in einem Bauernhaus eine Schule
eingerichtet.
1765 wurde neben der Kirche ein neues Schulgebäude gebaut, welches
später die Bürgermeisterei beherbergte. Dieses Haus wurde 1983
abgerissen und auf dessen Grundmauern wurde das Evangelische
Gemeindehaus errichtet.
In den Jahren 1884, 1908 und 1976 wurden die einzelnen Schulgebäude
an dem heutigen Standort in der Hüttenbergstraße errichtet.
Allendorf/Lahn und Gießen gründeten 1967 zum Bau einer
Mittelpunktschule in Kleinlinden einen Schulzweckverband. Diese
Schule ist heute eine Gesamtschule und heißt: „Brüder-Grimm-Schule“.
1970 ging die Schulträgerschaft für die Allendorfer Grundschule von
der Gemeinde auf den Landkreis Gießen und 1971 mit der Eingemeindung
auf die Stadt Gießen über.
Heute trägt die Allendorfer Grundschule den Namen „Kleebachschule“
und wir hoffen, dass uns der Schulstandort noch lange erhalten
bleiben kann.
Die beiden Weltkriege
Im ersten Weltkrieg kamen aus Allendorf/Lahn 23,
im zweiten Weltkrieg 41 Soldaten ums Leben. Ein Denkmal an der
Kirche erinnert an die Gefallenen.
Während des zweiten Weltkrieges war in Allendorf eine Flak-Batterie
stationiert, die allerdings gegen die Bombenangriffe auf Gießen
nicht viel ausrichten konnte.
Am Tage der letzten Kampfhandlungen vor Ort wurden die Ober- und die
Mittelsorger Mühle sowie einige Wohnhäuser in der Bergstraße
beschädigt.
Einige Soldaten, die die US-amerikanischen Streitkräfte westlich von
Allendorf noch aufhalten wollten, fielen und wurden zunächst auf dem
Allendorfer Friedhof bestattet, später aber auf den Soldatenfriedhof
im Kloster Arnsburg umgebettet.
Allendorf blieb ansonsten - bis auf einige Bombentrichter im Feld –
von direkten Kriegshandlungen verschont und wurde am 28. März 1945
durch die Alliierten besetzt bzw. befreit.
Diese ernannten Otto Volk zum Bürgermeister und setzten einen
demokratischen Gemeinderat ein.
Heimatvertriebene -
Neubürger
Ab April 1946 kamen etwa 350 Heimatvertriebene in
Allendorf an. Deren Unterbringung war – wie auch anderenorts – nicht
leicht durchzuführen. In der Bergstraße wurden in der Folgezeit zur
kurzfristigen Wohnraumbeschaffung mehrere Behelfsheime errichtet.
Durch viel Verständnis und Toleranz auf beiden Seiten haben sich die
Heimatvertriebenen wie auch ihre Nachkommen in Allendorf/Lahn
integriert und sind hier heimisch geworden.
Überhaupt sind die Allendorfer für ihre Toleranz und ihre
Integrationsbereitschaft gegenüber Neubürgern bekannt; das gilt für
die Aufnahme der Heimatvertriebenen gleichermaßen wie für die
Neubürger aus den Neubaugebieten und das gilt auch noch heute!
Die Entwicklung
seit 1945
Dem ehrenamtlichen Bürgermeister Volk gelang es
recht schnell, eine funktionierende demokratisch orientierte
Verwaltung aufzubauen.
In der Nachkriegszeit wurden einige Projekte umgesetzt:
Die Wasserversorgung, die bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts
mit Pumpenhaus und Hochbehälter vorhanden war, wurde modernisiert.
Eine Gemeindedreschhalle wurde errichtet (mittlerweile wieder
abgerissen), ein Lehrerwohnheim wurde (in der Triebstraße) gebaut,
Feldwege wurden befestigt, die Kanalisation installiert und eine
neue Kleebachbrücke wurde gebaut (sie ist allerdings bereits schon
wieder fällig).
Schließlich wurden in den sechziger Jahren die Ortsstraßen saniert
und Bürgersteige hergestellt, ein Gebäude, das den Kindergarten, die
Feuerwehr und die Gemeinschaftsgefrieranlage beherbergt, wurde
erbaut, ein Neubaugebiet mit über 140 Bauplätzen („Am Gießer Weg“)
wurde erschlossen und die Aufträge zur Planung für die
Mehrzweckhalle und die Sportanlage wurden vergeben.
Allendorf schloss sich neben dem bereits erwähnten
„Schulzweckverband“ auch den Zweckverbänden „Mittelpunktschwimmbad
Lindbachtal“ und dem „Abwasserverband Kleebachtal“ an
Ab Januar 1969 hatte Allendorf/Lahn mit Rudi Binz einen
hauptamtlichen Bürgermeister.
Die kommunale
Gebietsreform
Ab Ende der sechziger Jahre des letzten
Jahrhunderts war absehbar, dass die finanzschwache Gemeinde
Allendorf/Lahn in nächster Zeit ihre Selbständigkeit verlieren
würde.
Ohnehin sollte mittelfristig im mittleren Lahntal eine Großstadt
entstehen. Im Vorgriff darauf beschloss die Gemeindevertretung
einstimmig nach vorheriger Bürgerversammlung, sich per
Grenzänderungsvertrag zum 1. Oktober 1971 der kreisfreien
Universitätsstadt Gießen anzuschließen.
Allendorf/Lahn wurde ein Stadtteil von Gießen und erhielt die
Bezeichnung „Gießen-Allendorf/Lahn“ oder postalisch: „Gießen 8“.
Um eine politische Volksvertretung vor Ort beizubehalten, wurde ein
Ortsbeirat gebildet, dem bis 1976 Ortsvorsteher Helmut Bellof
vorstand.
Am 1. Januar 1977 entstand schließlich aus den Städten Gießen (mit
Allendorf/Lahn, Kleinlinden, Rödgen und Wieseck), und Wetzlar (mit
Dorlar), sowie 14 weiteren Gemeinden [Atzbach, Dutenhofen,
Garbenheim, Hermannstein (mit Blasbach), Heuchelheim (mit Kinzenbach),
Krofdorf-Gleiberg, Launsbach, Lützellinden, Münchholzhausen, Nauborn,
Naunheim, Steindorf, Waldgirmes und Wißmar] die kreisfreie Großstadt
„Lahn“ mit insgesamt über 156.000 Einwohnern.
Der Stadtteil „Lahn-Allendorf“ gehörte dabei zum Stadtbezirk „Dutenhofen“
Mit der Auflösung der Stadt Lahn wurde wieder zum 1. September 1979
die nunmehr kreisangehörige Universitätsstadt Gießen gegründet.
Die Allendorfer Bevölkerung stimmte mit sehr deutlicher Mehrheit
(98,9 %) für einen Anschluss an Gießen.
Erhard Hoffmann wurde Ortsvorsteher und blieb dies auch bis 1997.
Allendorf als
Stadtteil
Der Anschluss an Gießen hatte einige deutliche
Vorteile, nämlich den Anschluss an das Stadtbusnetz und die
Finanzierung der Mehrzweckhalle und des Sportgeländes durch die
Stadt (rund 4,2 Mio. DM), für das eine selbständige Gemeinde
Allendorf/Lahn hätte das Allendorfer Wäldchen verkaufen müssen.
Außerdem wurde der ganze Ort an die Fernwasserversorgung
angeschlossen.
Leider wurde aber auch eine zunächst städtische (später Kreis-)
Abfalldeponie in Allendorf errichtet, die dann zwanzig Jahre lang im
aktiven Betrieb war und derzeit – nach rund 30 Jahren – endlich
abgedichtet und anschließend rekultiviert wird.
Eine Verbindungsstraße nach Gießen wurde mit Rad- und Gehweg gebaut
und ersetzte einen „Grüner-Plan-Weg“, auf dem bislang eigentlich nur
der Stadtbus verkehren durfte.
Die Wohnbau Gießen errichtete fünf Wohnblocks und auch durch die
beiden Neubaugebiete („Am Gießer Weg“ und „Am alten Sportplatz“)
wuchs die Bevölkerung des Stadtteils bis in die neunziger Jahre
stetig bis auf über 2.000 Einwohner an.
Leider ist aber die Bevölkerung in jüngster Zeit auf unter 1.900
gesunken, weil seit nunmehr 30 Jahren kein Baugebiet mehr aufgelegt
wurde und innerhalb der Ortsbebauung heute kaum noch freie Bauplätze
vorhanden sind. Deshalb wird seit einigen Jahren gefordert, das im
städtischen Flächennutzungsplan vorgesehene kleine Baugebiet
„Allendorf-Ost“ aufzulegen.
In den achtziger Jahren wurden der Kindergarten und das
Feuerwehrhaus erweitert, eine neue Friedhofskapelle errichtet und
das Backhaus renoviert.
Das ganze Jahr 1990 über fanden Veranstaltungen anlässlich der
1200-Jahr-Feier statt, zu der auch eine umfangreiche und lesenswerte
Ortschronik heraus gegeben wurde.
In den neunziger Jahren wurde eine Rad- und Gehwegverbindung nach
Lützellinden geschaffen.
Weil Allendorf/Lahn im Sommer 1981 von einem Jahrhunderthochwasser
und in der Folgezeit auch noch in immer kürzeren Abständen von
weiteren Hochwassern heimgesucht wurde, erbaute nach zähen
Verhandlungen im Jahr 2000 der „Wasserverband Kleebach“ einen
Hochwasserdamm und gestaltete die rechte Kleebachaue naturnah um.
Dieses Areal hat sich zu einem sehenswerten Erholungsgebiet
entwickelt. Wenn in Kürze die ehemalige Kreisabfalldeponie noch
fertig rekultiviert sein wird, besteht auch dort die Chance, dieses
Gebiet für Erholungs- und Freizeitzwecke zu nutzen, denn zwischen
Hochwasserdamm und dem Gelände der ehemaligen Kreisabfalldeponie
befindet sich die größte zusammenhängende Streuobstwiesenfläche
Oberhessens, die aus naturschutzrechtlicher Sicht als „besonders
wertvoll“ eingestuft worden ist. Ein Rundweg um Allendorf/Lahn ist
in Planung.
Die Sanierung der Ortsdurchfahrt, die während des Betriebs der Deponie stark in
Mitleidenschaft gezogen wurde, ist im Herbst 2007 abgeschlossen worden. Für Ärger sorgte im Ort, dass ausgerechnet bei diesen
Straßen, die seit vielen Jahren zur Sanierung anstehen, die
Straßenbeitragssatzung der Stadt Gießen greifen soll. Im Jahr
2008 nahm Allendorf/Lahn an dem Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" teil
und holte im Regionalentscheid "West" den 1. Platz. Die Arbeitsgruppe "Unser
(Allen-)Dorf hat Zukunft" hat dabei ganze Arbeit geleistet.
2009 hat Allendorf/Lahn diese Region beim Landesentscheid vertreten und landete
unter den besten 10 Dörfern Hessens.
Text: Thomas Euler, Allendorf
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LAGIS Flurnamenregister Allendorf
Deutung der Flurnamen, teilweise mit
Audio Datei - gesprochen von
Alfred Weller (Allendorf)
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